Abstract
<jats:p>ZUSAMMENFASSUNG Die kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD) und das zervikale Syndrom (HWS-Syndrom) werden in der kli- nischen Praxis überwiegend als lokale muskuloskelettale erkrankungen wahrgenommen. Die vorliegende Arbeit entwickelt ein neurobiologisch-metabolisches erklärungsmodell, das die Kaskade Malokklusion – HWS-Syndrom – Chemosensibilität – parkinsonartiger Tremor als Ausdruck einer gemeinsamen autono- men Dysregulation beschreibt. Im Rahmen der Systematisierung der Zahnmedizin (NAM-ZahnHeilkunde: Neurobiologie, Anatomie und Metabolik) wird gezeigt, dass die kraniozervikale Dysfunktion über den sym- pathischen Grenzstrang, das Ganglion cervicale superius und den N. vagus eine persistierende Sympathi- kotonie erzeugt, die sowohl die hepatische Biotransformation beeinträchtigt (Säule 1: Toxifikation) als auch eine neurogene Inflammation unterhält (Säule 2: Stille entzündung). Der enhanced Physiological Tremor (ePT) und die erhöhte Chemosensibilität werden als parallele Manifestationen dieser autonomen ent- gleisung identifiziert. ein Bezug zum metabolischen Syndrom wird über die Insulin-Resistenz-fördernde Wirkung der chronischen Sympathikusaktivierung hergestellt. Die Arbeit integriert das Oraliom-Konzept, den individuellen Detoxikationsfaktor ιδ und die Hormesis-Theorie in ein kohärentes pathophysiologisches Gesamtmodell.</jats:p>