Abstract
<jats:p>ABSTRACT Die Sportzahnmedizin war über Jahrzehnte als reaktive Spielfeldrand-Disziplin auf Traumaprävention und Notfallversorgung beschränkt. Die vorliegende Arbeit beschreibt die Systematisierung der Sportzahnme- dizin auf Grundlage der Systematik der Zahnmedizin über die NAM-ZahnHeilkunde (Neurobiologie, Ana- tomie und Metabolik). Die Erweiterung der „Mouth-Body Connection“ zur „Mouth-Brain-Body Connection“ (MBBC) und die Inte- gration des Matrix-Informations-Systems (MI-System) liefern die neurobiologische und morphologische Grundlage, um den Mund als leistungsrelevantes Organ zu verstehen. Daraus ergibt sich das Leitprinzip der systematisierten Sportzahnmedizin: Leistungssteigerung durch Identifikation und Eliminierung leistungs- mindernder oraler Faktoren, Minimierung des Verletzungsrisikos durch Beseitigung systemischer Störquel- len und salutogenetische Begleitung des Athleten über die aktive Karriere hinaus. Erst die Aufnahme der Toxifikation als bislang fehlende dritte Säule ermöglichte den Schritt von der Hand- lungsfeld-Aufzählung zur Systematik. Aus der Kreuzung der drei NAM-Säulen (Toxifikation, Stille Entzün- dung, Dynamische Funktion) mit drei Leistungsdimensionen (Prävention, Leistungsoptimierung, Regene- ration) entsteht ein 13-Klassen-System (9 Zellklassen + 3 Wirkachsenklassen), das die Sportzahnmedizin erstmals vollständig klassifiziert. Die kontextuelle Einbettung in Salutogenese, Planetary Health und Sus- tainable Dentistry sichert die Anschlussfähigkeit an die globalen Gesundheitswissenschaften.</jats:p>