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Abstract

<jats:p>Die gezielte Förderung bildungssprachlicher Kompetenzen stellt eine zentrale Herausforderung für das deutsche Bildungssystem dar – insbesondere für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Zwar ist der Zusammenhang von familiärer Bildungsnähe, sprachlicher Kompetenz und Bildungserfolg empirisch gut belegt, systematisch evaluierte Konzepte für eine nachhaltige, fachsensible und motivierende Sprachförderung sind jedoch rar. Das vorliegende Werk greift dieses Desiderat auf und verbindet empirische Bildungsforschung und Zweitsprachendidaktik mit dramapädagogischer Praxis. Im Mittelpunkt steht die Evaluation des Tübinger dramagrammatischen Fünfphasenmodells, einer Dramapädagogik-Variante mit explizitem Grammatikfokus für den Grundschulbereich (vgl. Bryant 2012). Insgesamt nahmen 82 Kinder mit DaZ-Kontext teil – entweder in den drei sprachhomogenen Theater-AGs (Interventionsgruppen) oder in an denselben Grundschulen gebildeten Vergleichsgruppen (Kontrollgruppen). Die Förderung erstreckte sich über zwei Schuljahre; von 71 Kindern liegen gepaarte Datensätze vor. Die Wirksamkeit der Intervention wird mit standardisierten Diagnostiken in drei Sprachbereichen überprüft: dem Leseverständnistest ELFE (Wort-, Satz- und Textverständnis), dem Grammatiktest TROG-D (rezeptive Grammatik inkl. komplexer Strukturen wie weder … noch) sowie dem Screeningverfahren für die Textproduktionskompetenz Der Struz ins Tulpenbeet. Insgesamt gingen 490 von über 500 Erhebungen in inferenzstatistische Analysen ein. Die Ergebnisse zeigen signifikante Zuwächse in den geförderten grammatischen Strukturen, besonders bei Sprachanfänger:innen, sowie belastbare Transferwirkungen auf die Lesekompetenz, obwohl Lesen nicht direkt im Fokus der Förderung stand. Einzelfallanalysen beleuchten zudem das Verhältnis von Selbst- und Fremdeinschätzungen der Kinder in den Fächern Deutsch und MeNuK und setzen diese Befunde in Beziehung zu den gemessenen Entwicklungsverläufen in Grammatik, Lesen und Textproduktion. Die Studie präsentiert ein theoretisch fundiertes und praktisch erprobtes Modell entwicklungsproximaler, performativer Sprachförderung, das sich für Ganztag, DaZ-/Deutschunterricht und Lehrerbildung eignet und Impulse an der Schnittstelle von Sprachbildung, Theaterpädagogik und Unterrichtsentwicklung bietet.</jats:p>

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für förderung kinder eine deutsch

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