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Abstract

<jats:p>Um 1780 rückt eine Zeiterfahrung ins Zentrum literarischer und wissenschaftlicher Aufmerksamkeit, die heute selbstverständlich erscheint: das Alltägliche. Ausgehend von Karl Philipp Moritz’ programmatischem Artikel „Ein Blick auf das alltägliche Leben“ zeichnet Jonas Cantarella die Genealogie dieser Erfahrung nach. Er zeigt, wie Alltäglichkeit im ausgehenden 18. Jahrhundert zu einer ästhetischen, ethischen und epistemologischen Herausforderung wurde. Die Studie verbindet literarische Analysen mit bislang wenig beachteten Quellen aus Anthropologie, empirischer Psychologie, Ästhetik sowie Medien der Zeitorganisation. Dabei zeigt sie, wie gesteigerte Ansprüche an die Lebenszeit in eine Krise des Alltäglichen münden. Moritz’ Anton Reiser und Jean Pauls Siebenkäs werden vor diesem Hintergrund als zentrale Texte einer frühen Problematisierung des Alltags gelesen. So eröffnet das Buch neue Perspektiven auf die Vorgeschichte moderner Alltagserfahrung.</jats:p>

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eine alltägliche moritz zeigt einer

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