Abstract
<p>Mit der zunehmenden Akademisierung des Pflegeberufs gewinnt die Verbindung von wissenschaftlichem Wissen und praktischer Anwendung an Bedeutung. Die Annahme, dass Pflegetheorien in der Praxis kaum Anwendung finden, erfordert ein kritisches Hinterfragen. Es stellt sich die Frage, ob Pflegefachpersonen Theorien als praxisfern empfinden und wie ihre sinnvolle Nutzung gelingen kann. Diese Masterarbeit untersucht das Pflegetheorieverständnis von Pflegefachpersonen in Deutschland und leitet daraus Implikationen für Pflegeschulen ab. Ziel ist es, die Pflegeausbildung und -qualität zu verbessern, den Zugang zu Theorien zu erleichtern und das Wissen von Auszubildenden zu nutzen, um den theoretischen Gehalt der Lehrinhalte zu stärken. Die qualitative Datenerhebung erfolgte durch kontrastierende Fokusgruppeninterviews mit verschiedenen Pflegegruppen. Die Auswertung basiert auf der inhaltlich strukturierten Inhaltsanalyse nach Kuckartz. Die Befragten zeigen ein differenziertes Bild des Wissens über Pflegetheorien. Pflegefachpersonen integrieren theoretisches Wissen je nach Erfahrung, Kontext und individueller Haltung unterschiedlich in die Praxis. Die Ergebnisse verdeutlichen die Komplexität der Pflegeausbildung und die Bedeutung individueller Zugänge zu theoretischem Wissen. Die Anwendung von Pflegetheorien erfordert eine Balance zwischen Theorie und Praxis sowie Reflexionsfähigkeit. Die Studie zeigt die Herausforderungen der Theorie-Praxis-Integration und unterstreicht die Notwendigkeit eines fundierten Verständnisses theoretischer Ansätze in Ausbildung und Praxis. Ein reflektierter Umgang mit Theorien kann helfen, die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis zu verringern und so zur Verbesserung der Pflegequalität beizutragen. Die Ergebnisse liefern wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung von Lehr- und Lernkonzepten in Pflegeschulen.</p>