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Abstract

<p>Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Rettungsdienst in Schleswig-Holstein aus einer organisationssoziologischen Perspektive und analysiert dessen systemische Probleme und Herausforderungen im Alltag. Ausgangspunkt ist die Diskrepanz zwischen der gesetzlich definierten Aufgabe der Notfallrettung und der tatsächlichen Einsatzrealität, in der der Rettungsdienst zunehmend Tätigkeiten übernimmt, die über akute lebensbedrohliche Notfälle hinausgehen. Theoretisch wird die Arbeit im Rahmen der Systemtheorie Niklas Luhmanns verortet, wobei der Rettungsdienst als Organisation innerhalb des Medizinsystems - im alltäglichen Sprachgebrauch als Gesundheitssystem bezeichnet – konzeptualisiert wird. Methodisch basiert die Untersuchung auf einem ethnografischen Forschungsdesign mit einem rund sechsmonatigen Feldaufenthalt, teilnehmender Beobachtung sowie Experteninterviews. Die qualitative Auswertung der erhobenen Daten ermöglicht eine detaillierte Analyse von Interaktionen, Entscheidungsprozessen und strukturellen Kopplungen des Rettungsdienstes mit seiner Systemumwelt. Zentrales Ergebnis ist die Herausarbeitung eines organisationsspezifischen binären Codes (hilfsbedürftig/nicht hilfsbedürftig), der neben dem medizinischen Code krank/gesund handlungsleitend wirkt. Dieser Code erweist sich zugleich als wesentliche Konfliktquelle in Einsatzinteraktionen und Entscheidungsfindungen. Die Arbeit zeigt eine enge Mikro-Makro-Verknüpfung zwischen gesellschaftlichen Strukturdefiziten im Medizinsystem und den Belastungen des Rettungsdienstes auf und leistet damit einen Beitrag zur Schließung eines bestehenden Forschungsdesiderats.</p>

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rettungsdienst zwischen wird arbeit einem

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