Abstract
<jats:p>Der Band „Diskursive Zugänge zur lebensweltorientierten Sozialen Arbeit“ eröffnet die Reihe „Theoretische Diskurse Sozialer Arbeit – im Dialog“. Im Mittelpunkt steht die theoretische Perspektive einer lebensweltorientierten Sozialen Arbeit, die im Anschluss an Hans Thiersch die Theorie- und Professionsgeschichte Sozialer Arbeit nachhaltig geprägt hat und in Ausbildung, Forschung und Praxis bis heute breit rezipiert wird. Gerade diese Selbstverständlichkeit macht eine erneute Begriffsarbeit erforderlich: Begriffe wie Lebenswelt, Alltag, Nähe, Partizipation oder Adressat:innenorientierung müssen daraufhin befragt werden, ob sie kritisch aufschließend wirken oder als allgemein zustimmungsfähige, aber theoretisch unscharfe Formeln verwendet werden. Die Beiträge des Bandes rekonstruieren theoretische Grundlagen, politische und geschlechtertheoretische Anschlussstellen, handlungsfeldbezogene Konkretisierungen sowie Ambivalenzen professionellen Handelns. Der Band versteht sich damit nicht als abschließende Bilanz der Lebensweltorientierung, sondern als exemplarische und kritisch-reflexive Auseinandersetzung mit einem Theorie- und Praxiskonzept, das für die Soziale Arbeit weiterhin zentral ist und gerade deshalb immer wieder neu befragt werden muss.</jats:p>