Abstract
<jats:p>Diese Studie zeigt, wie außerschulische politische Bildner:innen in Sachsen „Professionalität“ tatsächlich verstehen, jenseits von reinen Kompetenzkatalogen oder formalen Abschlüssen. Auf Basis von 16 leitfadengestützten Interviews (20 Akteur:innen; 28,5 Stunden) und einem partizipativen Werkstattgespräch (14 Praktiker:innen aus acht Projekten) rekonstruieren wir Professionalität als reflexiven, kontinuierlichen Praxisprozess: getragen von einer normativen demokratischen Haltung, Selbstreflexion, kontextsensiblen Deutungswissen und situativer Handlungsfähigkeit. Gleichzeitig wird sichtbar, wo professionelle Ansprüche an strukturelle Grenzen stoßen, etwa durch Projektlogiken, prekäre Beschäftigung, fehlende systematische Qualifizierung und geringe organisationale Unterstützung. Der Studie verbindet diese Befunde mit einem adaptierten Kompetenzrahmen und leitet daraus konkrete Professionalisierungsbedarfe und Handlungsempfehlungen für Bildner:innen, politische Akteur:innen und Forschung ab.</jats:p>