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Abstract

<jats:p>Das Projekt „Theatrum mundi – mundus theatri. Konstitutionsbedingungen des Dramas um 1700“ zielt auf die literatur-, gattungs- und wissensgeschichtliche Rekonstruktion einer Transformationsphase zwischen Barock und Frühaufklärung, in der sich das Drama poetologisch und performativ neu ausrichtet. Ein Fokus liegt dabei auf theatralen und dramatischen Mischformen jenseits von Oper. Sie stehen einerseits in der Tradition der humanistischen tragico-comodiae und sind andererseits gekennzeichnet durch einen veränderten Bezug auf die eigene Zeit. Tragikomödien, Schäfer-, Satyr- und Mischspiele, die sich der üblichen aristotelischen Trennung von ‚erhabener‘ Tragödie und ‚niederer‘ Komödie entziehen, haben im Übergang vom 17. zum 18. Jahrhundert einen großen Anteil an dieser Neucodierung von ‚Gegenwart‘. Das Vorhaben nimmt bisher wenig untersuchte Texte in den Blick und fragt nach ihren Inszenierungsstrategien und textuellen Präsenzeffekten. Außerdem problematisiert es literatur-, epochen- und wertungsgeschichtliche Einschätzungen, die die Zeit um 1700 als vermeintliche Verfalls- oder Krisenphase des deutschen Theaters bestimmen. Diesem Urteil stellt das Projekt die Produktivität und Diversität der dramatischen Mischformen entgegen und fragt nach der Entstehung neuer Geschmacksmuster. Das Projekt „Rekursion und Gegenwart. Die Barock- und Frühneuzeitrezeption der neuen Lyrik“ beschäftigt sich mit literatur-, kultur- und wissensgeschichtlichen Rückbezügen in Gedichten um und ab 2000. Eine solche Rekursion auf zurückliegende Epochen, Gattungsformateund Darbietungsgegenstände trat zuletzt vor allem im Gedenken an die Reformation (2017), den Dreißigjährigen Krieg (2018) und den Bauernkrieg (2025) ins öffentliche Bewusstsein. In der Lyrik dagegen dienen Bezüge zur Frühen Neuzeit auffällig oft einer historischen, literarischen und poetologischen Standortbestimmung. Speziell das Barock bietet dabei einen erkennbaren Anknüpfungspunkt, weil von hier aus Modernisierungsnarrative entwickelt werden können, an deren vorläufigen Endpunkt sich die Lyrik selbst setzen und der eigenen Gegenwart bewusst werden kann. Das Projekt unternimmt den Versuch einer ersten Systematisierung dieser historischen Rückbezüge und fragt nach den zeitreflexiven Verfahrensoptionen von Gegenwartslyrik.</jats:p>

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projekt sich literatur einer barock

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