Abstract
<jats:p>Viele Städte haben im vergangenen Jahrzehnt versucht, Neubauquartiere mit integrierten Mobilitätskonzepten zu entwickeln. Planungsziel ist dabei, die Autoabhängigkeit der Bewohner:innen zu reduzieren, die alltägliche Mobilität zu Fuß, auf dem Fahrrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit Sharing-Angeboten zu stärken und zugleich die Aufenthaltsqualität in öffentlichen Räumen zu steigern. Der vorliegende Handlungsleitfaden trägt Ergebnisse zusammen, die in den vergangenen 10 Jahren bei der Entwicklung solcher Neubaugebiete gewonnen wurden. Anhand verschiedener Beispiele, vorrangig jedoch der Lincoln-Siedlung in Darmstadt, werden zunächst verschiedene Phasen der Quartiersentwicklung, z.B. die Planungs- und Umsetzungsphase, sowie deren spezifische Herausforderungen für handelnde Akteur:innen vorgestellt. Des Weiteren präsentiert der Handlungsleitfaden eine Reihe an Instrumenten zur Entwicklung von Quartieren mit integrierten Mobilitätskonzepten, beispielsweise quartiersbezogene Stellplatzsatzungen oder eine verbindliche Festlegung auf die Herstellung von Parkflächen ausschließlich in Sammelgaragen. Zuletzt wird auf vier zentrale Bausteine quartiersbezogener Mobilitätskonzepte verwiesen, namentlich (1) ein lokales Mobilitätsmanagement, (2) die langfristige Finanzierung der Mobilitätsangebote vor Ort, welche vom eigenen Auto unabhängige Mobilität ermöglichen, (3) die Etablierung von kontinuierlichen Beteiligungsmöglichkeiten für unterschiedliche Gruppen und Akteur:innen im Quartier sowie (4) die bedarfsgerechte Ausgestaltung der Infrastruktur. Ergänzt werden die planerischen Empfehlungen von wissenschaftlichen Ergebnissen aus über fünf Jahren Feldforschung in der Lincoln-Siedlung, die das transformative Potenzial von Neubauquartieren mit integrierten Mobilitätskonzepten unterstreichen</jats:p>